Diesen Frühling platziert der Fischereiverein Einsiedeln erstmals künstliche Laichhilfen (Zandernester) innerhalb der markierten Schongebiete im Sihlsee, um die natürliche Verlaichung der Zander zusätzlich zu unterstützen.

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Einfach hergesetellt, aber dennoch effektiv und wirkungsvoll: Der FV Einsiedeln stellt den Zandern im Sihlsee solche Zandernester zur Verfügung. Foto: ©FV Einsiedeln

Zander (Sander Lucioperca) beginnen mit ihrem Laichgeschäft ab einer Wassertemperatur von etwa zwölf Grad. Das Zander-Männchen (Milchner) sucht in Ufernähe, in etwa 1 bis 1,5 Metern Tiefe, einen geeigneten Laichplatz. Zur Eiablage werden, wenn vorhanden, besonders gerne feine Wurzeln von Erlen oder Weiden angenommen. Ersatzweise aber auch auf dem Boden wachsende Pflanzen, verrottende Pflanzenteile, Torf, versunkenes Astwerk oder Kies. Während das Weibchen (Rogner) nach der Laichablage das Nest verlässt, stellt sich der Milchner darüber und erzeugt mit fächelnden Bewegungen seiner Brustflossen eine leichte Strömung. Dadurch werden die Eier ständig mit frischem, sauerstoffreichem Wasser versorgt und gleichzeitig sich ablagernde Schlammpartikel weggespült.

Der Milchner, der während der Brutpflege eine dunkle bis schwarze Färbung mit auffällig dunklen Flossen annimmt, verteidigt das Nest gegen Fressfeinde aller Art und reagiert in dieser Zeit äusserst aggressiv. Er attackiert alles, was in die Nähe des Geleges kommt. Ab dem Zeitpunkt der idealen Wassertemperatur rechnet man etwa mit zwei Wochen fürs Laichgeschäft und mit weiteren zwei Wochen für die Brutpflege der Zandermännchen.

Kein Befischen von Laichzandern!

Leider gibt es Fischerinnen und Fischer, die gezielt auf Zander auf ihren Nestern fischen. Ist ein solcher Fisch einmal weggefangen, ist das Gelege Fressfeinden schutzlos ausgeliefert. Aussagen wie: «Schwarze Zander setzen wir zurück» machen die Sache auch nicht besser: Meist zerstört der Zander beim Anhieb und während der anschliessenden Flucht einen grossen Teil oder sogar das ganze Gelege. Durch diese Fischerei wird eine erhebliche Beeinträchtigung der Reproduktion dieser Fischart im Gewässer verursacht.
Der Fang eines solchen Zanders hat nichts mit dem Jagdverhalten des Fisches oder dem Können des Fischers zu tun, sondern kommt nur zustande, weil der Laichzander wahllos alles attackiert, was sich dem Gelege nähert.

Quelle: FV Einsiedeln

Verzicht auf Zanderfang während deren Laichzeit: Ehrensache!

Bitte des FV Einsiedeln an die Fischer: «Unterlasst bitte das gezielte Fischen auf Laichzander. Beachtet und meidet insbesondere die markierten Schongebiete (Fischereiverbot) und werft auch nicht von aussen in diese hinein. Gönnt den laichenden Zandern die Ruhe, die sie zu einer erfolgreichen Reproduktion benötigen. Der Sihlsee wird es Euch mit guten Zanderfängen auch in Zukunft danken.»

Der vollkommene Verzicht auf jegliches Befischen des Zanders während seiner Laichzeit und Brutpflege ist für jeden richtigen Fischer absolute Ehrensache!

Vielleicht wäre es ja für andere Fischerei-Vereine mit Zanderbestand eine lohnende Idee, ebenfalls solche Nester für ihre Gewässer herzustellen und damit ihren Zandern etwas Unterstützung bei der Reproduktion zu bieten?

Mit einem kräftigen Fischergruess, Dompy

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