Es ist längst bekannt: Zuchtlachs gehört mit zu den giftigsten Lebensmitteln, die wir Menschen uns überhaupt antun können. Kein Wunder, ist der Verzehr dieses mit Antibiotika und Schwermetallen belasteten Fisches in Verruf geraten. Nun aber soll der Zuchtlachs rehabilitiert werden – als empfehlenswertes Nahrungs- und Genussmittel. Wie kams dazu?

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Norwegen ist bekannt für Trolle und seine wunderschöne Mitternachtssonne – aber leider auch für das «giftigste Lebensmittel der Welt»: Zuchtlachs. Foto: ©Dompy

Das Thema war bereits x-fach in vielen Medizin- und Ernährungs-Fachmagazinen, hat dutzende von Seiten gefüllt mit den wissenschaftlichen Auswertungen von analysiertem Zuchtlachs. Praktisch alle fanden dasselbe: extrem hohe Werte von verschiedenen Schadstoffen.

«Stiftung Warentest» weiss es besser…

Und nun kommt ausgerechnet die an sich verlässliche deutsche «Stiftung Warentest» und erklärt: «Die Qualität von Wildlachs kann nicht mit Zuchtlachs mithalten.» Wie bitte?!?! Deutsche Ernährungs-Experten empfehlen sogar den Verzehr von wöchentlich rund 70 Gramm fettreichen Meerfisch. Hä?!?!

Wildlachs hat normalerweise einen Anteil von fünf bis sieben Prozent Fett im Fleisch. Zuchtlachs hingegen 15 bis 34 Prozent. Und gerade im Fett lagern sich die – auch für den Menschen schädlichen – Schadstoffe ab. Nach Untersuchungen von Zuchtlachsenfleisch isst beispielsweise Jérôme Ruzzin, Wissenschaftler der Universität Bergen, keinen solchen Fisch mehr. Und fügt an: «Man darf sich diesen Schadstoffen nicht aussetzen.»

«Kein Fisch nennenswert belastet»

«Stiftung Warentest» anerkennt zwar, dass gerade der «regelmässig gefütterte Zuchtlachs deutlich mehr Fett als Wildlachs» habe. Ein Problem stellt dies für die Organisation offenbar aber nicht dar. In Sachen Belastung mit Schadstoffen erklärt «Stiftung Warentest», sei kein Fisch im Test nennenswert mit Quecksilber, Kadmium, Blei oder perfluorierten Tensiden belastet gewesen. Interessant zu wissen: Die schlechten Noten, die der Lachs aus Wildfang bei dem Test eingefahren hat, sind allesamt «Geschmacks-Noten», also völlig Subjektive…
Den entsprechenden Online-Artikel der «Welt» findest Du hier.

Das Online Portal «MSN lifestyle» zitiert unter «MSN Gesundheits-Nachrichten» die Verbraucherzentzrale Bayern, welche ebenfalls zum Ergebnis kommt: «Ausgerechnet der in Verruf geratene Zuchtlachs aus Aquakulturen besitzt gegenüber Wildlachs einen entscheidenden Vorteil. Er enthält insgesamt mehr Omega-3-Fettsäuren als Wildlachs. Omega-3-Fettsäuren gelten als sehr gesund.»

Im krassen Gegensatz zu den Aussagen von Wissenschaftlern, die Lachsfleisch untersucht haben, findet die Verbraucherzentrale Bayern gar: «Menschen, die regelmässig fettreichen  Fisch wie Lachs essen, senken ihr Risiko für tödliche Herzinfarkte, Schlaganfälle und Fettstoffwechselstörungen.»
Hier gehts zum Online-Artikel.

Hier findest Du eine sehr interessante Reportage über den Fisch als Lebensmittel, ausgestrahlt vor fünf Jahren im ÖSterreichischen Fernsehen ORF2. Aber Achtung: Es könnte Dir den Appetit auf Fisch nachhaltig verderben!

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