Im Schweizer Grundwasser finden sich zahlreiche Abbauprodukte von Pestiziden – bis 25 Mal mehr (!), als gesetzlich erlaubt wäre. Dies hat ein aufwändiges Screening der Eawag und der ETH Zürich im Zuge des Nationalen Grundwassermonitoringprogramms bewiesen.

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«Wie kann man bloss denken, dass es eine gute Idee ist, Nahrung mithilfe von Gift anzupflanzen?» Zuerst auf dem Apfel, dann im Boden und unserem Trinkwasser: Gift aus der Landwirtschaft. Foto: © Dompy

Die auch «Transformationsprodukte» oder «Metaboliten» genannten Stoffe stammen vorwiegend von Pestiziden aus der Landwirtschaft. 13 Stoffe wurden dabei erstmals im Grundwasser festgestellt, 15 traten in Konzentrationen über 100 ng/L auf. Das ist der Anforderungswert für Pestizide aus der Gewässerschutzverordnung. Ins Visier der Forschenden geraten sind insbesondere Metaboliten von Chlorothalonil, einem Mittel, das gegen Pilzbefall im Getreide-, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau eingesetzt wird. Ein Chlorothalonil-Metabolit wurden in sämtlichen 31 Proben gefunden, teils in Konzentrationen bis zu 25mal (!) über dem Anforderungswert für Pestizide im Grundwasser in der Gewässerschutzverordnung und für Trinkwasser im Lebensmittelrecht.

Die Studie ist Teil einer Dissertation und wurde im Rahmen des Nationalen Grundwassermonitorings («Naqua») vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) finanziert. Sie wurde am 14. August von der Zeitschrift «Water Research» der International Water Association (iwa) online publiziert.

Hier gehts zur Original-Publikation der eawag.

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