Nicht nur Angler und Biologen beklagen einen Rückgang von Salmoniden in Fliessgewässern um teilweise bis zu 90 Prozent– auch der Rückgang anderer Fischarten ist dramatisch. Trotz Besatzmassnahmen. Warum ist das so – früher hatte es doch auch immer so gut funktioniert? Eine (sehr) nahe liegende Begründung: Nahrungsmangel! Wenn der Mensch systematisch Insekten, die Nahrungsgrundlage der Fische, mit hochpotenten Giften tötet; was sollen die Tiere dann fressen? Ganz aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse fördern Erschreckendes zutage…

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Nicht nur kleine Insekten, sondern auch die grösseren werden regelmässig Opfer von Pestiziden der Landwirtschaft. Ein trauriger Anblick. Foto: ©Dompy

Unter Beteiligung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL sowie der Universität Bern wurde zwischen 2008 und 2017 in Deutschland eine Langzeitstudie durchgeführt, wo man sowohl die Biomasse, als auch die Anzahl und die Artenanzahl der verschiedenen Insekten bestimmte. Die Untersuchungen wurden an 290 Standorten, sowohl in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Flächen, als auch in und um Waldgebiete durchgeführt.

Hier gehts zu meinem YouTube-Video zum Thema.

Erschreckende Ergebnisse

Im Grasland ging die gesamte Biomasse um durchschnittlich 67 Prozent, die Artenanzahl um 78 Prozent und die Gesamtzahl der Tiere um 34 Prozent zurück, wobei vor allem seltenere Arten betroffen waren. In Waldgebieten ging die Biomasse um 41 Prozent und die Artenanzahl um 36 Prozent zurück.

Pestizide der Landwirtschaft als Hauptursache

Besonders fällt ins Auge, dass rund um landwirtschaftlich genutzte Flächen der Insektenrückgang massiv höher ist als in weiter weg liegenden Gebieten. Wie andere wissenschaftliche Untersuchungen belegt haben (fischernews.ch berichtete), können die Winde die potenziell gefährlichen Pestizid-Cocktails mitunter aber auch kilometerweit mittragen – auch in bewohnte Gebiete.

Rückgang der Fische wegen fehlender Nahrung

Es ist klar: Der Fischrückgang kann nicht einzig und alleine auf die Pestizidbelastung zurückgeführt werden. Auch unter anderem Restwassermenge, Wanderhindernisse (Wasserkraftwerke), Erwärmung und Begradigungen sind wichtige zusätzliche Faktoren. Aber es muss davonausgegangen werden, dass die Nahrungsknappheit aufgrund der Pestizide die Fischrückgangs-Hauptursache ist. Denn: Einerseits setzen sich die Landwirtschafts-Gifte gemäss unabhängiger Untersuchungen in den Fischen (Festtgewebe und Fortpflanzungsorgane) selber ab und erschweren bis verunmöglichen damit deren Fortpflanzung. Andererseits aber zerstören die Landwirtschafts-Gifte systematisch die Nahrungsgrundlage der Fische im Wasser – und diese basiert ja bekanntermassen fast vollständig auf Insekten.

Gefahr auch für den Menschen?

Noch völlig unerforscht ist die Wirkung der Pestizidrückstände und deren Abbauprodukte auf den Menschen. Mediziner äussern aber immer wieder die Vermutung, dass die verminderte Zeugungsfähigkeit bei Männern (die in der Schweiz bei der Rekrutierung von Armeeangehörigen auf freiwilliger Basis flächendeckend durchgeführt wird), ebenfalls hauptursächlich auf die Belastung des Körpers mit PEstiziden aus Luft und Nahrung zurückzuführen ist.

In einer Untersuchung des Schweizerischen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV von 2016 wurden 230 Lebensmittel auf Glyphosat geprüft. Das erschreckende Ergebnis: 40 Prozent enthielten das krebserregende Landwirtschafts-Gift! (Quelle: BLV)

Links zu verschiedenen Studien:

Chance: Zwei Volksinitiativen, die 2020 zur Abstimmung kommen

Mit der «Trinkwasserinitiative» und der «Pestizidinitiative» kommen im nächsten Jahr zwei Abstimmungen vors Volk, die endlich die Verwendung dieser hochpotenten Gifte verbieten wollen.

Ich habe bereits bei der Unterschriftensammlung aktiv und engagiert mitgearbeitet und bin überzeugt, dass die Annahme dieser Initiativen der letzte Ausweg ist, die Insekten – und damit alles Leben, zu schützen. Im Interesse von uns allen.
Daher werbe ich schon jetzt auf der Grundlage von nachvollziehbaren Informationen dafür, diese beiden Initiativen anzunehmen.

Mit einem kräftigen Fischergruess: Dompy

 

1 Kommentar

  1. Lieber Dompy, da hast Du recht. Es sind aber noch viel mehr Sachen die den Fischrückgang beschleunigen. Wir bei Uns füttern die Forellen mit Fischfutter und trotzdem haben wir nicht mehr viele vom ihnen. Für den Salmoniden Rückgang in der Schweiz im Unterland ist nach meiner langjährigen Erfahrung PKD schuld. Das ist ein Parasit der die Niere der Bachforelle befällt und meistens tödlich verläuft. Es sind also sehr viele Faktoren: Nahrung, Gifte, Medikamente, Wärme, Krankheiten im Gewässer usw. die den Fischen das Leben verunmöglichen. Liebe Grüsse Marco

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